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FirmVorbereitung in der Pfarrei Rödental St. Hedwig 2019

Während des Mahls nahm er [= Jesus] das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen [= den Jüngern] und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.

Mk 14,22-25
Begründung einer neuen Tradition

Äußerlich wird das Letzte Abendmahl Jesu als ein Pessach-Mahl erzählt, also als Gedächtnismahl der Befreiung Israels aus Ägypten.

Doch dessen Elemente werden gar nicht erzählt, vielmehr wird das erzählt, was Jesu anders tut und sagt, als das so vorgesehen war. Damit stiftet er ein eigenes, neues Gedächtnismahl.

Brot und Wein
Realsymbole der Gegenwart Jesu

Es geht nicht um die Elemente Brot und Wein an sich – der Wein wird auch gar nicht erwähnt! –, sondern das, was (Essen von) Brot und (Trinken von Wein aus dem) Kelch im Rahmen eines bestimmten Mahles vermitteln, was also die Mitfeier des Mahles für die Mitfeiernden bedeutet.

Das ist mein Leib = das bin ich, das ist mein Leben.

Wenn Jesus das Brot mit diesem Hinweis von den Jüngern essen lässt, macht er deutlich: Ihr lebt davon, dass ich mit meiner ganzen Existenz für euch da bin, bis zum Letzten, bis zum Tod [(der dann mit dem Becherwort unmissverständlich im Raum steht)], dass ich mein Leben hingebe als Lösegeld für viele (Mk 10,45), um euch aus der Gewalt von Sünde und Tod zu befreien, in die sich die Menschheit verstrickt hat.

Durch das Essen des Brotes erhalte ich Anteil an dieser Selbsthingabe Jesu, wird sein Tod zu einem Tod für mich.

Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Der Vorausblick auf das Vergießen des Blutes Jesu macht seinen Tod vorab gegenwärtig.

Durch das Trinken des Blut des Bundes trete ich ein bzw. erneuere meine Zugehörigkeit zu dem (neuen) Bund, den Gott mit den Menschen in Jesu Tod geschlossen hat.

Während Jesus beim Letzten Abendmahl leibhaftig unter den Jüngern gegenwärtig war, gilt für die Zeit nach Ostern:
Weil Jesus das Brot (mein Leib) und den (Wein im) Kelch (mein Blut des Bundes) mit sich selbst bzw. seiner Selbsthingabe identifiziert, ist Christus, der als Auferstandener bei Gott lebt, selber im Mahl der Eucharistie gegenwärtig, habe ich im Mahl Gemeinschaft mit Christus.

Letztes Abendmahl und Eucharistie: Hineingenommen in den Tod Jesu

Das Letzte Abendmahl ist eine prophetische Zeichenhandlung Jesu am Abend vor seinem gewaltsamen Tod.
Sie nimmt die Jünger, die das gebrochene Brot essen und aus dem Kelch Jesu trinken, mit hinein in das Geschehen seines Todes, das ein Geschehen für die Menschen ist: in Tod (und Auferstehung) Jesu schließt Gott einen (neuen) Bund mit den Menschen.

In der Feier der Eucharistie, die sich auf dieses Letzte Abendmahl Jesu bezieht – im Wissen um den tatsächlichen Tod Jesu, aber auch im Glauben an seine Auferstehung – wird dieses Ereignis für alle Mitfeiernden vergegenwärtigt, ist Christus als der Gekreuzigte und Auferstandene mit seinem Leben gegenwärtig und schenkt rettende Gemeinschaft mit sich. Er nimmt die Mitfeiernden – nimmt uns! – mit hinein in das Geschehen seines Todes (und seiner Auferstehung), in den in ihm bzw. seinem Sterben geschlossenen Bund Gottes – mit allem, was diesen Bund ausmacht.

Aus dem Becher (Jesu) trinken

Diese Wendung ist im Markus-Evangelium an zwei Stellen noch genannt, die hier von Belang sind:

  • Mk 14,36: Jesus betet zu Gott: Nimm diesen Kelch von mir!
    Das Trinken des Kelches bezeichnet hier eindeutig auf den (gewaltsamen Kreuzes-)Tod Jesu, seine Passion.
  • Mk 10,38-39: Teil der Antwort Jesu an die Söhne des Zebedäus, die links und rechts neben Jesus thronen wollen:
    Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
    • Den Becher Jesu trinken
      • Im Rückblick auf Jesu Tod bzw. von ihm (und Mk 14,36) her kann dies nichts anderes meinen, als wie Jesus um des Evangeliums willen einen gewaltsamen Tod zu erleiden.
      • Für die beiden Jünger, denen Jesus das sagt, – Johannes und Jakobs – wird das auch zutreffen.
        Sie sind also tatsächlich Jesus im eigentlichen Sinne des Wortes nachgefolgt.
    • Die Taufe empfangen, mit der Jesus getauft werden wird
      • Kann sich auch nur auf den Tod Jesu beziehen bzw. dann den Tod der beiden Jünger um des Evangeliums willen.
      • Ein Rückbezug auf die am Anfang des Evangeliums erzählte Taufe Jesu ist nicht möglich, weil es sich hier um eine auf die Zukunft gerichtete Formulierung handelt!
    • Bedeutung innerhalb des Evangeliums:
      Jesus nimmt den beiden Jüngern das Versprechen ab, seinen Weg zu gehen im Sinne echter Jesus-Nachfolge – und kündigt ihnen an, dass sie das auch tatsächlich tun werden.
    • Bedeutung insgesamt:
      Mit den Stichworten „Becher trinken“ und „Taufe empfangen“ werden die Sakramente Eucharistie (bei der ja aus dem Becher getrunken wird) und Taufe – also die beiden grundlegenden Sakramente des Christentums – angesprochen: sie werden vom Tod Jesu her gefüllt und im Hinblick auf alle Jünger – zu denen ja auch wir gehören! – in einem ganz spezifischen Sinn verstanden:

Taufe und Eucharistie im Dienst der Nachfolge

Wer die Taufe (und die Firmung) empfängt und immer wieder die Eucharistie, der verpflichtet sich damit auf den in Jesu Tod geschlossenen (neuen) Bund und somit auf das Programm der Gottesherrschaft, wie Jesus es vorgelebt hat, konkrekt: den Weg Jesu zu gehen (im allgemeinen Sinne): nicht herrschen, sondern dienen, Gott/Jesus dienen in den Nächsten und den Letzten der Gesellschaft; denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Mk 10,45)



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