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Einführung in das Evangelium nach Markus

Markus konnte auf mündiche und schriftliche Jesus-Traditionen zurückgreifen.

Zu den den schriftlichen zählen auch schon größere Einheiten:

Markus konnte sich auf umfangreiches Material stützen

Bei der Verarbeitung hat der Evangelist mehr oder weniger deutlich in den Text eingegriffen und nicht einfach fertige Stücke in sein Evangelium kopiert!

Bezüge zu anderen Traditionssträngen

Bezüge zur Spruchquelle Q

Passion

Bezüge zur vorpaulinischen Tradition (die Paulus bei seinen Briefen verwendet hat)

Akzentuierungen in der Aufnahme von Traditionen

Eintragung des Jüngerunverständnisses

Die Gleichnissammlung in Mk 4,1-34 folgte wahrscheinlich ursprünglich dem Schema der apokalyptischen Gleichnisauslegung:

Gleichnis
(aktualisierende) Deutung durch einen göttlich legitimierten Interpreten
Privilegierungsaussage

Markus wandelt das Schema ab, er baut die ihm zur Verfügung stehende Tradition um:

Gleichnis
Pervertierte Privilegierungsaussage
Deutung

Markus zeichnet die Jünger nicht als besonders privilegiert, sondern als besonders belehrungsbedürftig!

Das passt zum sonst bei Markus vorfindlichen Jüngerbild:

Relativierung der Wunder

In Mk 4,35-5,43; 6,35-52 dürfte Markus eine bestehende Wundergeschichtensammlung verarbeitet haben.

Seesturm
Heilung des Geraseners
Auferweckung der Tochter des Jairus I
Heilung der blutflüssigen Frau
Auferweckung der Tochter des Jairus II

Einschub des Markus - Beginn

Ablehnung Jesu in seiner Heimat
Aussendung der Zwölf
Mahl des Herodes, Enthauptung Johannes des Täufers
Rückkehr der Zwölf

Einschub des Markus - Ende


Mahl mit den Fünftausend
Seesturm

Es zeigt sich ein konzentrischer Aufbau; er spricht für eine geschlossene Wundersammlung.

Markus zerstört diesen geschlossenen Aufbau wohl bewusst, indem er Einfügungen macht!

Anti-Wundererzählung mitten in der Wundersammlung:
In seiner Heimat, wo er auf Ablehnung stößt, kann er keine Wunder tun.

Die Wunder werden dem Glauben untergeordnet

Markus erzählt gerade nicht, dass Jesus bei Unglauben besonders viele Wunder tat, um die Menschen zu überzeugen!

Markus macht noch eine weitere Einfügung:
Aussendung und Rückkehr der Zwölf, Mahl des Herodes mit Enthauptung des Täufers;
Auffällig ist dabei die konzentrische Anordnung:

Die Wunder werden der Passion bzw. der Nachfolge untergeordnet

In Vorgriff auf die Lehre auf dem Weg macht Markus deutlich:

Noch eine weitere Relativierung der Wunder findet sich, gleich beim ersten Wunder (Mk 1,21-28):

Die Wunder werden der Lehre Jesu untergeordnet

Wunder werden als Auswirkung der Lehre Jesu verstanden, die auf dem Weg den Jüngern erklärt wird.

Einbindung der Heiden

Die Heilung des Taubstummen platziert Markus bewusst im Heidenland, in der Dekapolis (Mk 7,32-27):

Heiden werden Ohren und Mund zum Glauben geöffnet

Der Weg des Evangeliums zu den Heiden ist Markus wichtig.

Der Effata-Ritus bei der Taufe, der sich auf diese Erzählung bezieht, ist daher etwas sehr sinnvolles und dem biblischen Text absolut entsprechend.



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